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geschrieben am: 03.04.2021

Hausandacht 3



Selber Ostern feiern – Osternacht

Zentral sind Lesungen (Schöpfung, Befreiung Israels aus der Sklaverei, Auferweckung Jesu), die Lichtfeier (mit Osterkerze), die Tauferneuerung und die Mahlfeier.

Vorbereiten: Osterkerze; evtl. eine Feuerschale; Kerzen (um sie ins Fenster zu stellen oder einen Lichtweg zu bilden); eigene Taufkerzen; handliche Schale mit Wasser; Lieder, vor allem ein Halleluja.

Impuls zur Eröffnung: Die Corona-Pandemie rückt uns in die Nähe der ersten Christen: Sie hatten noch keine geregelte Osterfeier, sie mussten erst Worte finden, die Nachricht vom neuen Leben Jesu weiterzuerzählen. Unausdenkbar, wären sie stumm geblieben! Auch wir müssen jetzt nach Worten für das neue Leben Jesu suchen, seine Auferstehung einander weitersagen.

Jesu Erdenleben steht in einem großen Zusammenhang. Der heißt: Woher kommen wir? Wohin führt unser Leben? Wird es gut ausgehen? Davon handeln die alten Geschichten, die in dieser Nacht seit Jahrhunderten, zum Teil seit Jahrtausenden erzählt werden: die Geschichten vom Anfang, von der Befreiung, und
vom Sieg über den Tod. Hören wir zuerst die biblische Geschichte vom Anfang:

 1. Lesung: Genesis 1,1 – 2,2 (oder 1,1-5.26-31a)

 Symbolhandlung Feuer/Licht: In der Feuerschale ein Feuer machen, daran (oder zu den Versen Gen 1,3-5) die Osterkerze anzünden und davon ausgehend Licht verteilen (in der Wohnung, im Garten, an den Fenstern, an der Straße …) für alle, denen wir Licht wünschen. Dazu:

 Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen fürchtet euch nicht, Gott hat euch lieb Groß und Klein, seht auf des Lichtes Schein.

Evtl. ein Foto vom Feuer, von der Kerze oder vom verteilten Licht mit Freunden teilen und so das Osterlicht „weiterverbreiten“.

Die zweite uralte Geschichte erzählt die Befreiung Israels aus der Sklaverei: 2. Lesung: Exodus 14,15 – 15,1

Symbolhandlung Wasser/Tauferinnerung: Wir müssen heute kein tödliches Wasser überwinden (wie Flüchtlinge das Meer, die ja hoffen, dass dieses Wasser sie ins Leben führt und nicht umbringt). – Wir alle sind in der Taufe mit dem Lebenswasser in Berührung gekommen. Da heißt es im Ritus: Wir sind hineingetaucht in Christi Tod, haben uns sozusagen in ihn hineingeworfen wie ins Meer in der Hoffnung, dass wir heil herauskommen, für immer mit ihm leben.

Über eine Schale Wasser ein Segenswort sprechen (Gott, mache uns dieses Wasser zum Lebenswasser!), sie herumreichen, und jede(r) macht als neues Ja zur eigenen Taufe das Kreuzzeichen. An der Osterkerze die Taufkerzen anzünden und auf den Tisch stellen (evtl. von Tauffesten in der Familie erzählen).

Lied: GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht

oder  GL 430: Von guten Mächten (Str. 1-2+7)

 Osterevangelium lesen: Markus 16,1-7

anschließend das Lieblings-Halleluja hören/singen, z.B. GL 483

Fürbitten

Was kein Auge gesehen hat und keinem Menschen einfiel, das hat Gott getan Er erweckt den Sohn; und so ist er nun in unserer Mitte. Ihn rufen wir an:

Wenn wir das Staunen verloren haben darüber, dass es uns und diese Welt gibt, dann schenke uns, Herr, ein dankbares Herz, ein Gespür für das Wunder des Lebens, für dein geheimnisvolles Wirken in allen und in allem.

Wenn es deiner Kirche schwerfällt, Ostern zu feiern und wenn uns das Schönste so unglaublich erscheint, dann lass sie neu auf dich stoßen. Begegne uns, schenke „Osteraugen“, eine neue Sprache für das Geheimnis, die zu Herzen geht.

Wenn deine Welt so oberflächlich und vergesslich lebt – wie auf der Flucht vor dir –, dann, Herr, erweise dich als lebendig, bringe diese taumelnde Welt zur Besinnung und stelle dich allen Mächten des Todes entgegen.

Wenn wir dabei sind, die Zukunft dieses Planeten aufs Spiel zu setzen, dann unterbrich diesen Irrweg, lass deine Schöpfung aufatmen im Wind des Ostermorgens. Stärke alle Bemühungen, unsere zerbrechliche Umwelt vor Raubbau und Vergiftung zu schützen.

Wenn auch am Ostertag Unfriede herrscht, dann fahre mit deinem Geist des Friedens in die Herzen der Mächtigen, dass sie sich umstimmen und besänftigen lassen. Und lass uns den Schrei der Ärmsten der Armen in den Elendsgebieten dieser Welt nicht überhören.

Wenn auch am Ostertag Menschen tieftraurig sind, wenn sie bitterlich weinen und sich schon zu Lebzeiten vergessen und wie begraben erfahren, dann führe du, Herr, Menschen in ihre Nähe, die ihnen zu Nächsten werden.

Wenn wir am Fest des Lebens im Gebet an Menschen denken, die der Tod uns nahm, dann bitten wir: lass die Toten nicht fallen, die du für das Leben gemacht hast; rette unsere Toten, wie auch du gerettet wurdest durch den Ruf des Vaters. Unterbrich die Todesstille und lass dein Osterwunder überspringen auf alle Seelen.

Gott, deine Liebe ist größer, tiefer und weiter, als wir denken können. Dir nahe zu sein, ist unser Glück; das Brotbrechen mit deinem Sohn zu feiern, ist unsere österliche Freude. Dir sei die Ehre und unser Halleluja, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Vater Unser

 

Schlussgebet

Lebendiger und Leben schenkender Gott. Das Wunder dieses Morgens macht uns sprachlos. Allein du kannst den Stein ins Rollen bringen und dem Tod die Macht nehmen. Wir brauchen Zeit, um zu verstehen; Zeit, damit der Glaube wächst und uns der Trost dieses Tages erreicht. Doch du gibst uns diese Zeit. Leise trittst du in Jesus Christus aus deiner Verborgenheit heraus. Osterlicht fällt in die Dunkelheiten dieser Welt und meines Innenlebens. Belebe unser Herz mit deinem Atem und lass uns Christus entdecken. Lass es geschehen, dass wir dem Auferstanden in die Arme laufen. Das erbitten wir, durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen.

(nach: Hans Brunner, Bergmoser und Höller)

Ich wünsche an dieser Stelle allen Schwestern und Brüdern in unserem Pastoralen Raum Am Revierpark und allen, die mit uns verbunden sind, insbesondere allen älteren und kranken Gemeindemitgliedern und Angehörigen, ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Pfarrer Michael Ortwald