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geschrieben am: 15.05.2020

6. Ostersonntag



6. Sonntag der Osterzeit

Zur Liebe sind wir berufen, das göttliche Wesen ist voller Liebe für uns und dann ist unsere Liebe nicht nur Gefühl, nicht nur Pflichterfüllung sondern getragen von Wahrheit und dem Beistand, den die Welt nicht sehen kann, aber so dringend braucht! 

Evangelium  Johannes 14, 15–21

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

Gebet:

Helfen wir unaufhörlich mit, diese Welt durch unsere guten Gedanken und Wünsche besser zu machen. Stärken wir die Menschen, die Unterstützung gebrauchen. Bitten wir die göttliche Weisheit um Hilfe: Höre Du unser Gebet.
Für die erkrankten Menschen: Steh Du ihnen bei und gib ihnen Kraft und Zuversicht.
Für die Menschen in den Nachbarschaften: Dass sie ihre Hilfe anbieten, wo es Not tut.
Für die Ärztinnen und Ärzte und Krankenschwestern und Krankenpfleger: Unterstütze und stärke sie in ihren Aufgaben.
Für alle Frauen und Männer, die politische Verantwortung tragen: Sende ihnen Deine Geistkraft für ihre Entscheidungen.
Für alle Frauen und Männer, die Verschwörungstheorien aufsitzen: schenke ihnen die Weisheit, die Wahrheiten zu erkennen.
Für alle einsamen Menschen: Gewähre ihnen Trost durch deine Nähe.
Für die Familien, die großen Belastungen ausgesetzt sind: Schenke ihnen Gelassenheit und Zuversicht und Erfahrungen der Solidarität.
Für unsere Kommunionkinder: dass wir Wege zu einer schönen feierlichen Erstkommunion finden, die für die Kinder ein schönes Erlebnis wird.
Für alle, die sich um ihre wirtschaftliche Existenz sorgen: Zeige Du ihnen neue Wege.
Für alle Verstorbenen: Lass sie Frieden und Heimat bei Dir finden.
Für uns alle: Sei bei uns in diesen Tagen mit Deinem Segen.

Christian Brinkheetker

 

Impuls von Christina Gäbel:

Kennen Sie die Trottellumme?

Oder den berühmten Lummensprung?
Die drei Wochen alten Küken der Trottellummen springen aus 40 Metern Höhe von einem Felsen ins Meer. –Ermutigt durch die lauten Zurufe ihrer Eltern stürzen sich die Jungvögel von ihrem Felsvorsprung ins Meer. Gerade drei Wochen alt, können die jungen Trottellummen noch nicht fliegen. Beim Lummensprung spreizen sie ihre kurzen Flügel weit ab und versuchen, so gut es geht zu segeln. Selbst eine unsanfte Landung im Sand aus vielen Metern Höhe überleben die meisten – eine dickes Fettpolster schützt sie. Warum erzähle ich Ihnen von der Trottellumme?

Der sich durchziehende Grundton vieler biblischer Texte, die zwischen Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten gelesen werden, entspricht dem, was wir an diesem Sonntag im Johannesevangelium (Joh 14,15-21) hören: Gott ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht sehen oder erfahren können.

Die Jünger Jesu hatten nach seinem grausamen Tod ganz persönliche Erfahrungen der Auferstehung Jesu, die ihnen zeigten, dass er lebt.

Als sich die junge Kirche einige Jahrzehnte später fragte, was denn angesichts des Ausbleibens solch exorbitanter Erfahrungen nun werden solle, entwickelte sich bei Lukas und Johannes, aber auch bei Paulus die Überzeugung, dass Gott ihnen fortan in anderer Weise nahe sein wollte als durch den leibhaftig-menschlichen Wanderprediger Jesus und auch anders als durch übernatürliche Erscheinungen des Auferstandenen.

Denn dass Gott bei den Menschen sein will, erschien ihnen klar, darauf vertrauten sie. Nur auf welche Weise würde er es sein?

 

Und da lesen wir nun im heutigen Evangelium, dass Jesus seinen Jüngern verspricht, er werde ihnen "einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll."

Ein ganz schönes Wagnis sich auf etwas ganz anderes, auf diesen Beistand einzulassen. Wie die Trottellumme, die ihr Nest verlässt und wirklich sehr unbeholfen lossegelt. Nur durch Zurufe ihrer Eltern und durch das Mitfliegen der erwachsenen Vögel bestärkt. Einen Beistand, der für den Vogel nur instinktiv fassbar ist.

Im Augenblick komme ich mir in der Coronazeit manchmal vor wie eine Trottellumme. Fliegen auf Sicht, Dinge tun, die ich und wir noch nie getan haben. Darauf vertrauen, irgendwie und irgendwo zu landen. Hin- und hertrippeln auf dem Felsen, bis man sich das Herz fasst, loszustarten. Ahnen, dass ich dabei nicht allein bin.
„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch.“ – So verspricht es Jesus den Jüngern und uns.
Aber diesen Beistand müssen wir zulassen sowie die Küken die Aufmunterungen und Zurufe durch ihre Eltern.

Wenn wir einen Gott verkünden, der Liebe ist, dann müssen wir auch Liebe zulassen – und das bedeutet Verletzlichkeit und Gefährdetsein. Wenn Jesus uns also einen Beistand, einen Anwalt, einen Unterstützer verspricht, dann heißt das vor allem: Gott steht auf unserer Seite. Das kann man gar nicht oft genug wiederholen in einer Zeit von manch Niedergeschlagenheit und Leere und Hoffnungslosigkeit: Gott steht auf unserer Seite. Gott steht auf unserer Seite – stehen wir auch dort!

Gott ist nicht mehr nur der ganz Andere, nicht mehr nur der Ferne, nicht mehr nur der Über-alles-Große – sondern eben auch Gott in uns.

Jesus verspricht uns die größtmögliche Nähe Gottes. In ihm zu sein und ihn in sich zu haben, das ist etwas, das wir weder wirklich verstehen, noch auch oft erfahren können.

 

Zusammenfassend: 

Seufzen! 

Abwarten und Gott fragen! 

Vertrauen, dass etwas kommt!

Gott steht auf unserer Seite – stehen wir auch dort! 

Gott will in uns sein – öffnen wir uns dafür!