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geschrieben am: 04.07.2020

14. Sonntag im Jahreskreis A



Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis

 

Wer im Namen Gottes zu den Menschen kommt, braucht nicht großartig aufzutreten, er kann auf Gewalt verzichten. Jesus hat die seliggepriesen, die keine Gewalt anwenden; er selbst hat dies vorgelebt. Wirkliche Demut ist nicht Schwachheit, sondern Freiheit. Jesus war frei, um für andere da zu sein, auch um für sie zu sterben.

 

2. Lesung: Röm 8,9.11-13

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom. Schwestern und Brüder!                                                                                                                                   9 Ihr seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.   11 Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.   12 Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder und Schwestern, sodass wir nach dem Fleisch leben müssten.  13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.

 

 

EVANGELIUM 11,25-30

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.                                                                                            

25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.   26 Ja, Vater, so hat es dir gefallen.   27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.  28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.   29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.  30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. 

 

Impuls:   Innerer Frieden

Der Text aus dem Evangelium fängt mit einem Lied an. Jesus singt erstaunlich ist: er singt nachdem er gerade viel Ärger hatte. Die Leute halten den asketischen Johannes den Täufer für besessen. Doch über Jesus, der gerne auch mal feiert sagen sie: „er ist ein Fresser und Weinsäufer“ Jesus ärgert sich über ihre engen Herzen, wenn sie schimpfen: er ist ein Freund von Zöllnern und Sündern. Jesus will gerade die Sünder auf den Weg zu Gott bringen. Er beklagt sich über die Menschen, die nicht verstehen wollen, schlimmer als die Leute von Sodom nennt er sie das alles steht in den Versen vor unserem Evangelium. Und dann? Dann fängt Jesus an zu singen. Er hört auf zu schimpfen. Er öffnet den Mund und lobt Gott.

In einer Zeit in der sich Jesus viel geärgert hat, weil Ärgerliches geschehen ist, schaltet er plötzlich um und freut sich über die Nähe Gottes. Es gibt viele Situationen in denen ich den Ärger aus meinem eigene Leben kenne, zum Beispiel: wenn nicht alles so nach Plan läuft, wie man es sich eigentlich vorstellt und wünscht. Oder, wenn man schlechte Nachrichten aufnimmt, wenn man sich über andere Menschen ärgert, die sich nicht an Regeln halten oder einen vollquatschen, wenn man nicht reden möchte. Wie gern würde ich auch so schnell umschalten können wie Jesus. Von Ärger zu Freude, von Trauer zu Glück, von Angst zu Mut und von Frust zu Gelassenheit. Bei Kindern funktioniert das ja auch, sie verletzen sich beispielsweise am Finger und weinen, dann kommt eine andere Person und pustet am Finger, der gerade noch wehgetan hat und plötzlich ist der Schmerz weg und die Kinder lachen wieder, als hätte es diese Verletzung nie gegeben. Kinder stehen sich nicht so oft im Weg wie die Menschen, die Jesus im Evangelium oft die Klugen nennt.

Jesus aber sagt: lernt von mir. Lernt von ihm, bleibt in der Verbindung mit Gott.

Lernt von ihm die Sicht auf Menschen zu ändern, seid nicht immer genervt von anderen Menschen nur, weil sie mit euch sprechen wollen und ihr aber gerade schlechte Laune habt. Nehmt es als Geschenk entgegen, die Leute haben eventuell das Bedürfnis und keine andere Person um ihre Sorgen zu teilen, aber jeder ist mal an der Stelle, wo er gern etwas loswerden möchte und sich eine Person zum Reden wünscht.

Lernt von ihm die Umwelt zu schätzen, denn es ist ein Privileg auch staunen zu können. Und gerade im Sommer die Welt auch zu genießen.

Wir lernen durch Jesus beispielsweise Akzeptanz und Wertschätzung, auch wenn wir es in den Momenten nicht so sehen oder nicht so sehen wollen, eigentlich schätzen wir es schon, wenn andere Personen gerade uns ihre Probleme und Sorgen anvertrauen, weil sie uns schätzen und uns vertrauen. Wir wären alle enttäuscht und traurig, wenn niemand mit uns sprechen würde. Ich denke, dass es auch nicht immer den richtigen Zeitpunkt gibt, aber manchmal sollten wir einfach über unsere Gefühle oder unseren Zorn drüberstehen und uns immer vor Augen halten, dass Jesus ja auch immer und jederzeit für uns da ist.

Ich wünsche Ihnen auf dem alltäglichen Weg mit folgendem Lied Gottes Kraft und Segen.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                                                                           niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                                                                          niemand ist da, der mit mir Wege geht.                                                                                      Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                                                                           niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                                                                                            niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.                                                                                                                             Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                                                                          niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst,                                                                               niemand ist da, der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,                                                                                                                              der halte unsere Vernunft wach und unsere Hoffnung groß  und stärke unsere Liebe.

 

Gemeindepraktikantin Lisa Rüther und Gemeindereferentin Christina Gäbel